Zwei Wochen, ein Bulli, Berge, Seen, italienisches Essen – und dieses Gefühl von Freiheit, das sich ganz leise einschleicht.
Wir sind einfach losgefahren. Ohne festen Plan, aber mit einer groben Richtung: Süden.
Was daraus entstanden ist, war eine unserer schönsten Reisen überhaupt – voller Natur, kleiner Überraschungen und genau der richtigen Mischung aus Abenteuer und Entschleunigung.
Warum diese Route perfekt ist
Ein Bulli-Trip von Bayern über Südtirol bis nach Venedig vereint alles, was man sich für einen Roadtrip wünscht:
- Berge, Seen, Stadt und Meer in einer Reise
- Perfekt für spontane Stopps
- Unglaublich abwechslungsreiche Landschaft
- Viele familienfreundliche Wanderungen
- Italienisches Essen (allein dafür lohnt es sich 😄)
Unsere Route
Schloss Neuschwanstein → Villnöß → Bozen → Karersee → Grödner Joch → Drei Zinnen → Alpago → Valdobbiadene → Venedig → Baone → Lazise (Gardasee) → Tirol → München
Highlights & Stopps
Schloss Neuschwanstein
📍Neuschwansteinstraße 20
87645 Schwangau
Ehrlich gesagt: das Schloss war kleiner als wir erwartet hattet.
Aber trotzdem beeindruckend – vor allem die Umgebung.
Wir haben uns gegen den Schlossbesuch entschieden und sind stattdessen rundherum gewandert. Absolute Empfehlung, wenn du es entspannter magst.
Das Parken direkt am Start verschiedenster Wanderwege war kein Problem mit dem Bus.

Stellplatz „Zum Gletscherhans“ (direkt hinter der österreichischen Grenze)
📍 Ruefenweg, 12
39040 Santa Magdalena BZ
Hier unverbindliche Anfrage für den Stellplatz senden
Ein richtig schöner, kleiner Stellplatz mit unglaublichem Blick über die Felder und Hügel.
Man konnte am Morgen kleine Brötchen und frisch hergestellten Speck direkt vom Hof kaufen. Perfekt als Start für die Weiterreise Richtung Süden.
Selten hat mir das Bulli-Rührei und der Kaffee am Morgen so gut geschmeckt wie an diesem Ort :-)

Karersee & Hängebrücke
📍39056 Carezza Al Lago
Autonome Provinz Bozen - Südtirol, Italien
Vom Parkplatz aus kann man easy zu Fuß zu dem unglaublichen Karersee rüber schlendern.
Türkisblaues Wasser, Berge im Hintergrund – fast schon unwirklich.
Super Spot für einen kurzen Stop und kleine Wanderung (in unter einer Stunde kann man den See umrunden). Wir haben dort ein kleines Picknick gemacht und sind danach noch über die Brücke spaziert, die ist aber keinen "eigenen" Besuch wert...
Der See an sich ist sehr touristisch, aber das Naturschauspiel ist einen Abstecher dorthin wert - nur baden darf man hier nicht (Naturschutzgebiet).

Grödner Joch - Weite, Ruhe & 360° Berggefühl
Das Grödner Joch war einer dieser Orte, bei denen man einfach stehen bleibt und schaut.
In alle Richtungen öffnet sich die Landschaft – die markanten Sellatürme im Norden, der Langkofel im Westen und die sanften Almzüge Richtung Osten.
Es ist einer dieser seltenen Plätze, an denen man wirklich das Gefühl hat, mittendrin zu sein.
Die Wege hier oben sind einfach zu gehen – perfekt für entspannte Wanderungen, auch mit Hund oder als kleine Pause zwischen längeren Stops. Und egal, in welche Richtung du schaust: der Ausblick ist einfach rundum beeindruckend.
Wir waren im Juni hier – und genau das können wir auch empfehlen.
Es war ruhig, fast leer, und man konnte die Weite wirklich genießen.
Wichtig zu wissen:
Viele Hütten haben zu dieser Zeit noch geschlossen und öffnen erst zur Skisaison wieder.
Was uns allerdings auch aufgefallen ist:
Gerade solche Plätze zeigen, wie wertvoll diese Landschaft ist.
Und dass wir alle ein bisschen mithelfen können, sie genau so zu erhalten.

Breakfast with a view - Grödner Joch
Drei Zinnen Wanderung
Manchmal sind es genau die Wege, die dich am meisten fordern, die dir am längsten im Kopf bleiben. Die Wanderung vom Misurina-See Richtung Drei Zinnen ist genau so ein Erlebnis: ruhig, beeindruckend und einfach echt. 🌿

Unsere Erfahrung im Juni:
Unten am See schon fast sommerlich – oben dann plötzlich Schnee, klare Luft und diese unglaubliche Bergkulisse. Genau dieser Kontrast macht die Tour so besonders.
Gut zu wissen für deine Planung:
• Die Straße weiter nach oben war bei uns noch gesperrt – deshalb haben wir unten am Misurina-See geparkt und sind die gesamte Strecke gewandert.
• Die Tour ist lang und anstrengend – unterschätze sie nicht, plane genug Zeit ein.
• Layering ist alles: von langer Hose bis T-Shirt – im Juni brauchst du wirklich jede Schicht.
→ Unser Go-To: leichte T-Shirts aus 100% Bio-Baumwolle – angenehm auf der Haut, atmungsaktiv und perfekt, wenn’s unten warm und oben plötzlich kalt ist.
• Nimm ausreichend Proviant mit, unterwegs gibt es kaum Möglichkeiten etwas zu kaufen.
• Der Parkplatz am See ist kostenpflichtig, aber völlig normal für die Region.

👉 Unser Take:
Wenn du Lust auf echte Natur hast, auf Bewegung und dieses Gefühl von „oben angekommen sein“, dann ist das genau dein Spot.
Nicht überlaufen, nicht inszeniert – einfach du, der Weg und die Berge.
Camping Sarathei (Alpago) - Zufallsfund, den wir wieder besuchen werden
📍Alpago BL
Viale Al Lago 13
32016 Farra D'Alpago
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Manchmal sind es genau die ungeplanten Stopps, die sich im Nachhinein als die besten herausstellen. So war es bei uns mit dem Campingplatz Sarathei. Wir sind spontan mit dem Bulli angekommen – und direkt 3 Nächte geblieben.
Der Platz ist nicht fancy und weit entfernt von Glamping. Genau das macht ihn aber besonders. Alles ist unkompliziert, ehrlich und auf das Wesentliche reduziert – mit einer Aussicht, die für sich spricht.
Das erwartet dich dort:
– Direkter Zugang zum Strand & See
– Viel Schatten, was gerade im Sommer sehr angenehm ist
– Große Stellplätze mit genug Raum, um sich auszubreiten

Sanitär & Ausstattung:
Die Sanitäranlagen sind wirklich sauber und gepflegt. Es gibt sowohl klassische Toiletten als auch Hocktoiletten. Die Duschen funktionieren mit Marken (0,50 € pro Nutzung, etwa 3 Minuten). Einen Temperaturregler gibt es nicht – insgesamt eher einfach gehalten, aber völlig ausreichend. Waschbecken sind sowohl innen als auch außen vorhanden.
Restaurant:
Das Restaurant hat uns ehrlich überrascht. Große Portionen, faire Preise und richtig gutes Essen. Die Carbonara war für uns die beste der ganzen Reise. Auch Pasta und Pizza liegen preislich bei etwa 10 € oder teilweise sogar darunter.
Preis:
Rund 42 € für zwei Personen inklusive Strom – für die Lage und die Umgebung absolut fair.
Fazit:
Wer auf der Suche nach einem durchgestylten Campingplatz ist, wird hier nicht fündig. Wer jedoch echtes Camping, Ruhe, Natur und eine besondere Atmosphäre schätzt, ist hier genau richtig. Ein Ort, der zeigt, dass weniger oft mehr ist.
L'Osteria Senz’Oste (Valdobbiadene)
📍Str. delle Treziese 4
31049 Valdobbiadene
Italien
👉Jetzt Weinberge entdecken
Mitten im Prosecco-Gebiet, umgeben von Weinbergen, liegt eine kleine, urige Hütte mit traumhaftem Blick über das Tal. Kein klassisches Restaurant, kein Service im üblichen Sinne – stattdessen Selbstbedienung, entspannte Atmosphäre und ganz viel Ruhe.
Das Highlight: Prosecco aus dem Automaten (nimmt Kreditkarte). Klingt erstmal ungewöhnlich, passt hier aber perfekt ins Gesamtbild. Dazu ein paar einfache Leckereien und viele kleine Plätze, an denen man einfach sitzen, schauen und den Moment genießen kann.
Das Gebäude ist alt, alles ist schlicht gehalten – aber genau das macht den Charme aus.
Fun Fact:
Die Gläser von dort haben uns so gut gefallen, dass sie bis heute einen festen Platz in unserem Bulli haben.
Fazit:
Ein Ort für alle, die keine Perfektion suchen, sondern Atmosphäre. Perfekt für einen kleinen Zwischenstopp, ein Glas Prosecco und diesen einen Moment mit Blick über die Weinberge.
Venedig entspannt erleben – unser Setup vor den Toren der Stadt
Venedig hat oft den Ruf, überlaufen und extrem touristisch zu sein. Unsere Erfahrung war eine ganz andere – vor allem durch die Art, wie wir die Stadt angegangen sind.
Übernachten außerhalb – die beste Entscheidung
Wir haben nicht direkt in Venedig übernachtet, sondern auf einem einfachen Stellplatz in der Nähe vom Park San Giuliano. Von dort aus sind wir durch den Park zur Bahn gelaufen und in etwa 15 Minuten ganz entspannt in die Stadt gefahren.
Angekommen sind wir direkt an der Stazione di Venezia Santa Lucia – also mitten drin.
Für uns der perfekte Mix: ruhig stehen, aber schnell im Zentrum sein.

👉 Unser Tipp:
Nicht mit dem Auto in die Stadt fahren. Draußen parken, Öffis nutzen – deutlich stressfreier.
Timing ist alles
Zur Zeit unseres Besuchs waren (bedingt durch Covid) keine Kreuzfahrtschiffe in der Stadt – und genau das hat man gespürt. Venedig war überraschend ruhig und angenehm. Wenn möglich, vorher checken, wann Kreuzfahrtschiffe anlegen – und diese Tage meiden.
Außerdem:
Abends wird es deutlich leerer. Tagsüber noch gut besucht, aber am Abend konnten wir entspannt essen gehen, etwas trinken und die Stadt ganz anders genießen.
Unsere Highlights
• Der Rialto-Markt – lebendig, authentisch und definitiv einen Besuch wert
• Statt Gondel: einfach mit dem Vaporetto fahren – deutlich günstiger und die Aussicht auf die Paläste ist genauso beeindruckend
• Ein Ausflug nach Lido di Venezia – mit dem Boot erreichbar und perfekt, um kurz dem Trubel zu entkommen und ans Meer zu fahren.
(Ja, Lido erreichst du tatsächlich nur per Boot – das gehört hier ganz normal zum Alltag.)
Gut zu wissen
• Im Sommer kann es sehr heiß werden – vor allem nachts
• Mückenspray nicht vergessen
• Öffentliche Verkehrsmittel sind einfach und gut organisiert
Fazit
Venedig kann überlaufen sein – muss es aber nicht. Mit dem richtigen Timing und einer Unterkunft außerhalb wird daraus ein richtig entspannter Städtetrip.
Agriturismo Alba – runterkommen zwischen Hügeln und Weinreben
📍 Via Madonnetta delle Ave 14
35030 Baone (PD)
Ein richtig schöner Platz – und genau das, was wir nach Venedig gebraucht haben.
Mitten im Grünen, umgeben von den Euganeischen Hügeln, liegt das Agriturismo Alba. Ein ruhiger, fast schon entschleunigender Ort, an dem man sofort merkt: Hier geht es nicht um Masse, sondern um Atmosphäre.

Lage & Atmosphäre
Das Agriturismo ist ein altes Bauernhaus mit nur wenigen Stellplätzen. Zusätzlich gibt es ein kleines Hotel mit Zimmern sowie einzelne, unabhängige Häuschen – perfekt, wenn man ohne Camper reist oder sich etwas mehr Komfort gönnen möchte.
Die Umgebung ist geprägt von Weinbergen, sanften Hügeln und kleinen, mittelalterlichen Dörfern in der Nähe, die sich wunderbar erkunden lassen.
Entfernungen:
Venedig ca. 70 km
Verona ca. 100 km
Ausstattung
• Neuer Pool mit Blick ins Grüne
• Ruhige, weitläufige Anlage
• Mischung aus Camping, Hotel und kleinen Häuschen
Das Highlight: das Restaurant
Ehrlich gesagt – ein Grund, allein dafür wiederzukommen.
Hier wird traditionelle venezianische Küche serviert, mit Fokus auf Regionalität und Saison.
Frisch gebackenes Brot, hausgemachte Pasta, Risottos, Desserts und Kuchen – alles mit viel Liebe zubereitet. Dazu Weine direkt aus der Region.
Auch vegetarische und vegane Optionen sind vorhanden.
Es ist einer dieser Orte, an denen man abends gerne sitzen bleibt, vielleicht sogar ein bisschen schicker angezogen ist als sonst im Camper-Alltag – einfach, weil es sich danach anfühlt.

Preise
Sowohl die Übernachtung als auch das Restaurant sind absolut fair bepreist.
Aktuelle Preise am besten direkt auf der Website prüfen.
Fazit
Ein perfekter Zwischenstopp nach der Stadt: ruhig, grün, hochwertig – ohne abgehoben zu sein. Ein Ort zum Durchatmen, Genießen und einfach mal kurz stehen bleiben.
Gardasee (Lazise)
📍 Viale Roma 7
37017 Lazise Italien
Wir haben spontan den ersten Campingplatz angesteuert, der direkt am See lag: Campeggio Comunale
Ein kleiner, eher schlichter Campingplatz direkt an der Strandpromenade. Nichts Besonderes im klassischen Sinne, aber genau deshalb so angenehm.
Das erwartet dich
• Direkte Lage am See – wirklich nur ein paar Schritte bis zum Wasser
• Nur etwa 5 Minuten zu Fuß in die Altstadt von Lazise
• Restaurants, Badestrand und alles, was man braucht, direkt in der Nähe
• Große, schattige Stellplätze – ideal auch mit dem Van
Sanitär & Ausstattung
Die Sanitäranlagen sind funktional und größtenteils sauber, wenn auch etwas in die Jahre gekommen.
Wichtig zu wissen: Toilettenpapier sollte man selbst dabeihaben.
Organisation & Besonderheit
• Keine Reservierung möglich – wer einen Platz bekommt, kann so lange bleiben, wie er möchte
• Insgesamt sehr entspannt und unkompliziert
• Preis-Leistung für diese Lage wirklich gut
Empfehlung in der Stadt
👉 Cozzeria
Für alles, worauf man in Italien Lust hat: Pizza, Pasta, Aperitivo – unkompliziert und genau richtig nach einem Tag am See.
Fazit
Kein Design-Campingplatz, kein Glamping – sondern ein ehrlicher, einfacher Spot in perfekter Lage. Für alle, die nah am Wasser und nah an der Stadt sein wollen, ohne viel Schnickschnack.
Unsere wichtigsten Tipps
- Mückenspray mitnehmen (wirklich wichtig)
- Toilettenpapier & Seife selbst einpacken
- gute Wanderschuhe (z. B. Adidas Terrex)
- Sonnencreme + Lippenpflege mit LSF ☀️
- spontan bleiben – die besten Spots entstehen ungeplant
- bei Hitze auch mal ein B&B einplanen (haben wir in Traviso gemacht)
👉 Für sonnige Tage unterwegs: deine Cap & LSF-Lippenpflege sind echte Gamechanger 😉
Übernachten & Camping
Wir haben alles gemischt:
- Stellplätze
- Campingplätze
- frei stehen (wo möglich)
Wildcampen in Italien (Stand aktuell)
Wildcampen ist in Italien offiziell verboten, wird aber regional unterschiedlich gehandhabt.
👉 Auf jeden Fall:
- respektvoll verhalten
- keine Spuren hinterlassen
In Südtirol gibt es viele gute Stellplätze – das macht es deutlich entspannter.
Fazit
Würden wir die Reise nochmal machen?
Sofort. Ohne nachzudenken.
Auch wenn der Süden von Hamburg aus weit ist – selbst für 2 Wochen lohnt es sich total.
Mit Kindern würden wir heute:
- mehr Zeit für An- & Abreise einplanen
- weniger Strecke pro Tag fahren
Aber die Route an sich?
Ein Traum.
👉 Für wen lohnt sich diese Reise?
- Familien
- Paare
- Vanlife-Einsteiger:innen
Du bekommst alles: Berge, Seen, Meer, Städte, gutes Essen
Weitere Inspiration
👉 Weitere Reiseberichte: On Tour
👉 Instagram: sunshine_mindset_aj
FAQ
Ist Südtirol mit dem Bulli familienfreundlich?
Ja, total. Viele Wanderungen sind auch mit Kindern machbar und die Infrastruktur ist super.
Muss man Campingplätze vorbuchen?
Außerhalb der Ferien (wie bei uns Mitte Juni) nicht unbedingt. In der Hauptsaison würde ich es empfehlen.
Kann man in Italien frei stehen?
Offiziell nein. In manchen Regionen wird es geduldet – aber nur mit Respekt und Vorsicht.
Wie heiß wird es im Sommer?
Sehr heiß. Gerade in Städten wie Venedig kann es nachts über 30 Grad haben.
Ist die Route auch mit Kind machbar?
Ja – aber entspannter mit mehr Zeit. Lieber weniger Stopps und mehr Pausen einplanen.
2 Kommentare
@Kamila: das klingt toll! Wir waren auch das erste Mal in Venedig und wollte es auch “einfach mal sehen”…
In Riva war ich mal vor 20 Jahren o.o – das würde ich mir auch gern noch einmal ansehen. Eis am Wasser klingt immer gut!
Richtig gut 😍
Wir überlegen gerade, Venedig in unseren Elternzeit-Roadtrip einzubauen – das mit außerhalb übernachten merken wir uns! 🙌
Und auch so schön geschrieben ✨
Wir waren zuletzt in Malcesine (Camping Claudia) und haben es geliebt! Unser Herz hängt aber immer noch an Riva – dieses Eis direkt am Wasser… einfach unschlagbar 🍦✨